Zuerst bedanken wir uns bei unseren Schutzheiligen, dann beten wir für unsere Verstorbenen: Am 1.November feiern wir das Fest Allerheiligen und am Tag danach Allerseelen.


Die Krankenschwester, die im Weltkrieg den verwundeten Soldaten Trost spendete und selber völlig verzweifelt war. Der Entwicklungshelfer, der bis zur völligen Erschöpfung schuftete, um fremden Menschen Essen und Unterkunft geben zu können. Oder die junge Angestellte, die neben ihrer Arbeit noch ehrenamtlich junge Waisen betreute und auf jedes Privatleben verzichtete. Sie alle können auch „Heilige“ sein, ohne dass sie offiziell bestätigt wurden. Die meisten sind längst vergessen, oder ihre Leistungen wurden niemals bekannt. Am 1.November aber gedenken wir aller Heiligen, auch derer, „um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott“. Keiner wird vergessen, Gott kennt alle seine Kinder. Wir bitten die Heiligen auch um Fürsprache und hoffen, dass sie sich unserer Sorgen annehmen. Dies ist ein Tag der Andacht.
Wir helfen unseren Verstorbenen mit Gebeten, Fürbitten und Messen
Beim Gräberumgang werden die letzten Ruhestätten der Verstorbenen gesegnet. Oft werden Hefezöpfe angefertigt, das beliebte Allerheiligengebäck, genannt „Seelenwecken“. Wichtiger aber noch: Die Angehörigen schmücken die Gräber mit Blumen und Gebinden – die Friedhöfe zeigen sich oft in einem völlig anderen als sonst.


Bei den Grabsteinen und Kreuzen flackert häufig ein „Seelenlicht“, ein Symbol des „ewigen Lichtes“ das den Verstorben leuchten soll. Das Seelenlicht bleibt auch noch am nächsten Tag stehen, zum Fest Allerseelen.

dass sie nicht vergessen sind.

Der 2. November ist Tag des Gedächtnisses und wird schon mit Allerheiligen eingeleitet: Denn das Aufstellen des „Seelenlichts“ ist ja eine Geste für die Verstorbenen. Die Gräber werden mit Kränzen und Zweigen, manchmal auch Bildern dekoriert. Darüber hinaus wird im November der Toten auch an anderen Tagen gedacht: am Volkstrauertag und in der evangelischen Kirche am Totensonntag.
Das Gedächtnis der Verstorbenen kann mit der Familie, aber auch ganz allein am Grab eines treuen Menschens stattfinden.